28.09.2018
SC Schnaittach verliert Auftaktspiel in Unterzahl

Im ersten Saisonspiel der Kreisliga Mittelfranken-Ost gastierte der SC Schnaittach bei der Zweiten des SV Altensittenbach. Verschiedene Unpässlichkeiten führten dazu, dass der SC mit nur drei Stammspielern antreten konnte und darüber hinaus sogar ein Brett freilassen musste. Gegen einen gut besetzten Altensittenbacher SV kassierte der Bezirksligaabsteiger der letzten Saison eine verdiente 2:4-Niederlage.



  
 
          „Norbert Gläsel steckt gegen die starke Jugendspielerin Julia Schleicher 
                            bereits in Schwierigkeiten.“

Mit einer Hypothek von einem Punkt aufgrund des unbesetzten fünften Bretts im Rücken setzten die Schnaittacher alles daran, sich zumindest mit einer vernünftigen Vorstellung auf Kreisebene zurückzumelden und nahmen sich der schwierigen Aufgabe an. Bereits früh unterlag jedoch Norbert Gläsel an Brett 6 gegen die starke Jugendspielerin Julia Schleicher, die sich mit einem kleinen Kniff aus der Eröffnung heraus eine Leichtfigur sicherte. Mit diesem materiellen Plus konnte sie in der offenen Partie wichtige Linien und Diagonalen besetzen und schließlich ihre Schwerfiguren auf die siebte Reihe Gläsels bringen, um zielstrebig matt zu setzen. Kurz danach remisierten am Spitzenbrett Willi Bayer und Gert Rösel, ohne sich dabei auf irgendwelche Risiken eingelassen zu haben. An Brett 3 erreichte Werner Staar mit einem frühen Bauernopfer einen deutlichen Entwicklungsvorsprung gegenüber dem Altensittenbacher Mannschaftsführer Werner Schwarm sowie einen zentrierten König seines Gegners. Schwarm konnte sich jedoch langsam konsolidieren, auf Umwegen eine rochierte Stellung erlagen und sein Materialplus vergrößern. Ohne Chancen auf Gegenspiel gab Staar die Partie nach 30 Zügen auf. Nachdem der Mannschaftskampf bereits entschieden war und sicher an die Gastgeber ging, einigten sich Hans Federsel und Reinhard Preisser auf ein Remis, in dem der Schnaittacher wohl leichte Feldvorteile gehabt hätte. Von einer gewonnen Stellung war er jedoch noch weit entfernt. Eine solche versuchte Christian Thoma gegen Fabian Ammon in einem sehr unkonventionellem Sizilianer mit bis über den 20. Zug hinaus komplett unentwickeltem Königsflügel herzustellen. Dazu opferte er aus dem Nichts zusätzlich einen Turm, um über die Diagonalen den König hinter weit aufgerückten Bauernreihen direkt anzugreifen. Das gewagte Opfer zahlte sich letztlich aus, denn trotz der Unterentwicklung konnte Thoma kontinuierlich Druck ausüben und langsam das Material samt Zinsen zurückgewinnen, um schließlich mit Mehrfigur in ein klar gewonnenes Endspiel abzuwickeln.

Dieser Ehrenzähler konnte am Endergebnis nur noch kosmetische Korrekturen vornehmen. Mit einer voll besetzten Mannschaft wäre an diesem Abend sicherlich mehr zu holen gewesen. Für seine Möglichkeiten kann der kleine SC Schnaittach jedoch zumindest zufrieden mit den zwei Brettpunkten sein. Am zweiten Spieltag empfängt der SC Schnaittach die deutlich favorisierte Mannschaft aus Hersbruck, die bereits mit einem klaren Sieg gegen den letztjährigen Meister Pegnitz in die Saison gestartet ist.

(Bericht: Christian Thoma)