12.05.2018
Der große Coup nach fast 50 Jahren!

Julio Diaz gewann in einem dramatischen Finale gegen Christian Thoma den Vereinspokal des SC Schnaittach. Auf dem Weg ins Endspiel hatte Diaz, der in den vergangenen Jahren mehrfach als Pokalschreck auf sich aufmerksam gemacht hat, zunächst von zwei Freilosen profitiert und im Halbfinale gegen Norbert Gläsel einen souveränen Weißsieg eingefahren. Thoma schaltete nach einem Freilos Norbert Schwarz sowie Waldemar Müller aus und eliminierte damit zwei der spielstärksten Schnaittacher.



           
           „Julio Diaz bewies in einem hin- und herwogenden Finale Nervenstärke 
                        und sicherte sich verdient den Vereinspokal.“

In der Begegnung schien es zunächst so, als würde Thoma seinen Gegner überspielen, als er durch ein zwischenzeitliches Leichtfigurenopfer Diaz‘ Königsflügel knackte, was ihm letztendlich zwei Mehrbauern einbrachte. Nach einer Unachtsamkeit stellte der junge Schnaittacher einen Springer ein, kam dann jedoch durch ein Turmopfer im Endspiel zu drei verbundenen Freibauern auf der sechsten und siebten Reihe, die mit der Unterstützung des verbleibenden Turmes unaufhaltsam wirkten. Nach 43. f7 und 44. Te8 wähnte sich Thoma bereits als Sieger, doch der nervenstarke Diaz rettete sich kurz vor der nicht mehr zu verhindernden Umwandlung des Bauern durch ein cleveres Dauerschach ins Remis. Um eine Entscheidung herbeizuführen, gingen die beiden Spieler in einen 10-Minuten-Blitz, den Diaz klar für sich entschied. Thoma hatte zunächst auch hier leichte Vorteile durch einen Bauernvorstoß auf die rochierte Königsstellung von Diaz, allerdings schwächte er damit gleichzeitig seine eigene. Die daraus entstandenen offenen Diagonalen nutzte Diaz gnadenlos aus, gewann mit einem Abzug zunächst Material und setzte mit Dame und Läufer gekonnt matt.

Das Gründungsmitglied des SC Schnaittach konnte sich in der fast 50-jährigen Geschichte des Schachvereins bislang auf keinem Pokal verewigen. Umso größer war die Freude des Spaniers, nachdem er das packende Duell, in welches er als klarer Außenseiter ging, dank seiner Erfahrung verdient für sich entschieden hatte.

(Bericht: Christian Thoma)