04.03.2018
SCS verliert erneut – doch klettert in der Tabelle

Das Bezirksliga-Abenteuer des kleinen SC Schnaittach ging am vergangenen Sonntag in die sechste Runde. Im dritten Heimspiel der Saison empfing man die Zweite des SK Nürnberg 1911 aus der unteren Tabellenhälfte. Aufgrund eines personellen Engpasses stellte der SCS nur sechs Spieler seines 13 Mann starken Kaders, gab also an den beiden letzten Bretter kampflos zwei Punkte.

Trotz dieses Defizit traten die Schnaittacher mit breiter Brust auf und sicherten sich in Person von Norbert Schwarz gleich das erste Remis. Gegen den über 300 Punkte höher gewerteten Thomas Wißmeier unterlief den Ehrenvorsitzenden zwar ein kleiner Schnitzer. Den Bauernverlust konterte er jedoch, indem er postwendend eine Unachtsamkeit seines Gegenübers ausnutzte und zwei Bauern gewann. Dieser Mehrbauer brachte Schwarz im Turmendspiel ein Remisgebot, in das er prompt einschlug. An Brett 8 wählte Alexander Bayer (1128) gegen Marc Dereser (1714) ein Damengambit, patzte jedoch bei einem vermeintlichen Abtausch im Mittelspiel und stellte eine Leichtfigur ein. Diese war es dann, die Bayer im Endspiel eine Gegenwehr unmöglich machte.

Am vierten Brett hatte Julio Diaz (1487) bereits aus der Eröffnung heraus mit einem rückständigen d-Bauern zu kämpfen. Durch die lange Rochade verstärkte Frank Zimmer (1774) den Druck auf diesen und nach konsequentem Abtausch konnte er sogar noch einen weiteren Bauern sowie das folgende Turmendspiel gewinnen. Am Spitzenbrett zeigte sich SC-Primus Willi Bayer (1576) gegen Karl-Adolf Höwel (1930) in Topform. Lange hielt er die bei materiellem Gleichstand die Partie offen. Als ihm jedoch in einem Endspiel mit je acht Bauern ein relativ behäbiger Läufer gegen einen agilen Springer blieb, büßte Bayer einen Bauern ein. Den dadurch entstandenen Freibauer nutzte Höwel in der Manier eines Topspielers zum Sieg.

              
„Christian Thoma und Norbert Schwarz holen mit ihren beiden Remisen an den Brettern 2 und 3 gemeinsam den Punkt beim 1:7 gegen den SK Nürnberg 1911 2.“

An Brett 2 kam Christian Thoma (1689) gegen Thomas Herbst (1824) zu seinem ersten Saisoneinsatz. Im angenommenen Königsgambit überraschte der Nürnberger mit 3.g5, einem Zug, der zwar theoretisch umstritten ist, den Thoma jedoch nicht auf der Rechnung hatte. Neben diesem Defizit und einer geschwächten Königsstellung rang der Schnaittacher auch mit der Entwicklung seiner Figuren. Auf der Suche nach Gegenspiel konnte er schließlich die Defensive seines Kontrahenten etwas öffnen und mit Tempogewinn in Spiel finden. In unklarere Stellung und beidseitig knapper Zeit bot Herbst Remis, was Thoma dankbar annahm. Die Schlusspartie bestritten Norbert Gläsel (1292) und Roland Ammon (1789). Ammon kam im zwölften Zug mit einem Springervorstoß und einem folgenschweren Läufereinschlag deutlich in Vorteil. Davon unbeeindruckt stellte Gläsel alle Figuren auf Angriff und suchte die Entscheidung mit einem Turm auf der halboffenen g-Linie. Sämtliche Versuche entschärfte Ammon jedoch sorgfältig, sodass dem Gast letztendlich zwei Mehrfiguren blieben, um den ganzen Punkt für sein Team zu holen.

Das 1:7 aus Sicht der Heimmannschaft hinterlässt die Schnaittacher weiter sieglos. Nachdem jedoch wenige Tage vor dem Spieltag bekannt wurde, dass der SC Forchheim 3 seine Mannschaft zurückzieht, rutschen die Oberfranken automatisch auf den letzten Tabellenplatz. Der SC Schnaittach klettert dadurch nun auf den vorletzten Rang der Bezirksliga 2b!


(Bericht: Christian Thoma)


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