19.02.2018
Zwei halbe Ehrenpunkte bei Noris-Tarrasch 3

Am fünften Spieltag der Bezirksliga 2b war die erste Mannschaft des SC Schnaittach zu Gast in Nürnberg bei Noris-Tarrasch 3, die sich bislang punktlos – jedoch mit einer deutlich besseren Brettbilanz – die rote Laterne mit dem SC teilten. Da jedoch die durchschnittliche DWZ der Großstädter 400 Punkte höher lag, waren die Chancen klar auf Seiten der Nürnberger, die gegen eine dezimierte Schnaittacher Mannschaft zudem einen kampflosen Brettsieg an der 7 erhielten. Im Vierspringerspiel verpasste Werner Staar gegen Carlos Corral die Entwicklung seines weißfeldrigen Läufers und geriet durch Läuferpaar und Dame seines Gegners früh unter Beschuss. Ein Matt konnte Staar nur durch den Verlust einer Leichtfigur abwenden. Ohne Aussicht auf Gegenspiel gab er sich nach 19 Zügen geschlagen. Etwas länger hielt sich Alexander Bayer, obwohl sich sein König nach wenigen Zügen auf das Brett locken ließ. Den vermeintlichen Schutz seiner vorgerückten Bauern öffnete Hermann Bischoff geschickt und setzte Bayer auf offenen Linien stark unter Druck. Nach forciertem Abtausch blieb dem Nürnberger ein Läufer inklusive zweier Mehrbauern, womit auch diese Partie klar an die Gastgeber ging.



              
               „Das zuverlässige Bayer-Duo aus Vater Willi und Sohn Alexander 
            hat bisher jeden Mannschaftskampf für den SC Schnaittach bestritten!“

Die Entscheidung des Mannschaftskampfes konnte Willi Bayer am Spitzenbrett zumindest etwas hinauszögern. Auf das Damengambit von Dimitrios Vogiatzis spielte Bayer Albins Gegengambit mit e4, womit er seinen spielstarken Gegner offensichtlich ebenso überraschte wie verunsicherte. Denn bereits nach wenigen Zügen bot der Nürnberger Primus in dieser scharfen Variante ein Remis, das Bayer gerne annahm. An Brett 6 hielt Hans Schrödl zunächst 20 Züge gut mit, übersah dann jedoch, dass ein schlagender Bauer Harald Lenz‘ Läufer mit folgendem Figurengewinn eine Diagonale öffnete. Im Anschluss setzte Schrödl seine Hoffnung auf ein Dauerschach, das er allerdings nicht fand, und ließ sich mattsetzen. In seinem geliebten Grob’s Angriff baute Norbert Gläsel auf den Überraschungseffekt, büßte aber in Partieverlauf zwei Bauern ein, die im Endspiel langfristig nicht mehr zu halten gewesen wären. Die technische Umsetzung des Endspiels wollte er sich von Helmut Süß nicht mehr zeigen lassen und gab sich fair geschlagen.

Der erste Vorsitzende des SCS, Hans-Peter Herterich, musst sich am vierten Brett mit Alisa Semenova messen. Die junge Schachspielerin aus Nürnberg entwickelte in einer lehrbuchhaften, wenn auch zugumgestellten italienischen Eröffnung schnell ihre Figuren und entschied sich für einen Vorstoß des g-Bauern. Dieser raubte Herterich zunächst viel Raum und schließlich einen Läufer. In die Defensive gedrängt und materiell im Nachteil beglückwünschte er seine Kontrahentin zum Sieg. An Brett 3 zeigte Waldemar Müller sehr präzises Schach, ergriff früh die Initiative und behielt stets die Kontrolle über das Geschehen am Brett. Mit leichtem Vorteil, aber sehr schwieriger Restpartie sicherte sich Müller souverän den halben Punkt, indem er Petra Loebel zur dreifachen Zugwiederholung zwang.

Willi Bayer und Waldemar Müller erspielten sich gegen Noris-Tarrasch 3 ihr jeweils zweites Remis der Saison gegen starke Gegner und stellten damit den Endstand auf 7:1 zugunsten der Nürnberger, was sicherlich als leistungsgerecht, aber aus Schnaittacher Sicht dennoch als sehr erfreulich zu bewerten ist.

(Bericht: Christian Thoma)


Mannschaftsbilanz in der MfrPage


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