30.01.2018
SCS holt ersten Brettsieg gegen SW Nürnberg-Süd 3

Am vierten Spieltag der Bezirksliga 2b empfing der SC Schnaittach die dritte Mannschaft der Süd-Städter aus Nürnberg. Nachdem ein Drittel der Saison ausgetragen ist, steht der Club vom Rothenberg punktlos im Tabellenkeller. Da der Sensationsaufsteiger aber nichts zu verlieren hat, ist jeder Spieltag ein Erlebnis und jeder halbe Brettpunkt ein als Erfolg zu werten.

In der ersten Partie eröffnete Alexander Bayer gegen Aaron Mateo zwar solide, büßte aber im 15. Zug durch eine Unachtsamkeit einen Turm ein, was ihn so aus dem Konzept brachte, dass er kurz darauf mattgesetzt wurde. Auch Julio Diaz kam nicht über die 20-Züge-Marke hinaus. Gegen Thomas Rhein eröffnete der Spanier etwas verhalten. Dies nutzte sein Kontrahent eiskalt aus, versperrte Diaz die Rochade und sprengt mit den Leichtfiguren schnell dessen Defensive. An Brett 3 hielt Waldemar Müller die Partie lange materiell ausgeglichen, seine ungünstige Bauernstruktur schränkten ihn aber räumlich stark ein. Daraus kreierte Thomas Werner zielstrebig einen positionellen Vorteil, den Müller nicht halten konnte. Als am Spitzenbrett auch Bayer beim Übergang zum Endspiel seine Niederlage quittieren musste, stand es zu diesem Zeitpunkt bereits 0:4 gegen das Heimteam.

Ferdinand Geißler stemmte sich vehement gegen den Angriff des spielstarken Mark Stolpynskyy, bis dieser seine Türme auf der 7.Reihe des Schnaittachers verdoppelte. Langfristig blieb davon einer erhalten und räumte den Weg für die Bauern auf der b- und d-Linie, dessen Umwandlung Geißler nicht zu verhindern vermochte. Zu diesem Zeitpunkt war der Mannschaftskampf bereits zugunsten der Nürnberger Gäste entschieden, doch komischerweise sollte es von nun an bergauf gehen. Hans Federsel spielte in einer Skandinavischen Partie die Eröffnung wie aus dem Lehrbuch. Er nutzte seine Initiative, öffnete die Königstellung von Arthur Paul und knöpfte ihm gleich noch eine Qualität ab. Gegen das Läuferpaar seines Kontrahenten mussten Federsels Türme lange lavieren und eine Bauern-Kette zu Hilfe holen, damit sich Paul geschlagen gab.

   
                       „Die beiden Punktesammler Federsel und Staar in Aktion.“

An Brett 4 wählte Norbert Schwarz erwartungsgemäß das Damengambit und erreicht im auslaufenden Mittelspiel eine gleichwertige Stellung. Als diese in ein Turmendspiel überging, gewann der Nürnberger Waldemar Klein einen kostbaren Bauern, nach dem Turmtausch ein letztendlich entscheidendes Übergewicht. Die längste Partie des Nachmittags spielte Werner Staar gegen Mikhail Petrov. Die beiden brauchten zwar viel Bedenkzeit, aber gerade einmal 18 Züge, um sich auf ein Remis zu einigen.

Mit 1,5:6,5 unterlag der SC Schnaittach den Gästen aus der Großstadt, leistete aber an einigen Brettern durchaus sehenswerten Widerstand. Besonders erfreulich ist der Ausgang von Hans Federsels Partie, der nicht nur den einzigen Brettsieg des Tages für die Schnaittacher, sondern sogar den ersten der gesamten Saison für sein Team. Am 18. Februar muss der SC selbst nach Nürnberg zu Noris-Tarrasch 4, der einzigen anderen punktlosen Mannschaft der Liga.


(Bericht: Christian Thoma)


  Menü