09.10.2017
Bezirksliga-Auftakt in Heideck

Am vergangenen Sonntag durfte der SC Schnaittach seit vielen Jahren einmal wieder Bezirksliga-Luft schnuppern. Beim ersten Saisonspiel gegen den SC Heideck-Hilpoltstein traf man auf einen etablierten Bezirksligisten, dessen DWZ-Schnitt knapp 400 Punkte über dem der Neulinge aus dem Nürnberger Land war.

Davon unbeeindruckt spielte Bernd Jaklin an Brett 7 gleich frech auf Angriff, zwang sein Gegenüber Alfred Strnad zu einer unkomfortablen Königsstellung und rang ihm ein frühes Remis ab. Ein beachtliches Ergebnis, wenn man an das gewaltige Wertungsungleichgewicht denkt, das sich durch sämtliche Bretter zog. Zwar sollte dieser halbe Zähler durch Bernd Jaklin der einzige Lichtblick bleiben, doch wehrlos ergab sich an diesem Nachmittag keiner der Gäste. An der 6 musste sich Hans Schrödl nach einer unglücklichen langen Rochade, die dem Heidecker Manfred Korth Tür und Tor öffnete, als erster Schnaittacher geschlagen geben. Ihm folgte Waldemar Müller, der die Partie zwar materiell lange hielt, doch dem Druck der weit vorgerückten Bauernkette seines Kontrahenten mit fortschreitendem Abtausch nicht mehr Paroli bieten konnte.

                  
            Bernd Jaklin bewahrte den SC Schnaittach in Heideck vor einer 
        Nullnummer und holte am 7. Brett den halben Ehrenpunkt für seinen Verein. 
    	     

An Brett 5 begann Norbert Gläsel mit einem munteren Damengambit, orientierte sich früh in Richtung des gegnerischen Königsflügels und setzte alles eine Karte: Angriff! Hierbei ließ er jedoch eine Figur, was einerseits Gläsels Offensivspiel erheblich drosselte und andererseits seinem Gegner in die Karten spielte, der nun ganz routiniert vereinfachen und voll punkten konnte. In seinem ersten Spiel für den SC Schnaittach brachte Alexander Bayer eine gute Partie auf das Brett. Mit dem Ausgang des Mittelspiels gab er jedoch die Initiative an Marc Oberhofer ab, der diese nutzte, um sich im Turmendspiel einen Mehrbauern am Damenflügel zu erspielen und diesen gekonnt in Szene zu setzen.

Obwohl zu diesem Zeitpunkt noch drei Begegnungen liefen, war den Mannschaftskampf bereits entscheiden, was der Motivation der Heidecker jedoch nicht im Ansatz schmälerte. Werner Staar geriet zwar gegen seinen starken Gegner zu keinem Zeitpunkt in Rückstand und befand sich bereits in einem remisen Damenendspiel, hätte somit definitiv einen halben Zähler verdient gehabt, verlor allerdings im 32. Zug nach Zeit. Auch unser 1. Vorstand, Hans-Peter Herterich, schlug sich tapfer. Gegen Stephan Platz büßte er aufgrund einer kleinen Unachtsamkeit einen Bauer ein, ein Defizit, das er nicht ausgleichen konnte und dem er erst nach über 60 Zügen erlag. Die Spitzenpartie des Tages begann Willi Bayer mit einem forschen Bauernvorstoß aus der Rochadestellung heraus. Dies lud seinen Gegner zu einem unachtsamen Bauerngewinn ein, den Bayer mit einem zweizügigen Figurengewinn hätte widerlegen können. Nachdem er seine Chance jedoch verpasst hatte, wurde Bayer zum Damentausch gezwungen. Im Endspiel wich Bayer weiteren Vereinfachungen so lange aus, bis er sich in eingeengter Stellung zur Aufgabe entschied, da ein forcierter Materialverlust bevorstand.

Bei der deutlichen Niederlage des SC Schnaittach in Heideck wurden zwei Dinge deutlich: Erstens werden wir in der Bezirksliga nichts geschenkt bekommen und um jeden halben Brettpunkt kämpfen müssen. Zweitens werden wir, man gesehen hat, jedoch trotz unserer nominellen Unterlegenheit Chancen zu diesen halben und vielleicht auch mal ganzen Punkten bekommen. Ach, und drittens: Bezirksliga macht Spaß, auch wenn man außer einem halben Brettpunkt nur Erfahrung zurück mit nach Schnaittach nehmen kann!

(Bericht: Christian Thoma)


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