29.03.2017
Aus der Traum von der Meisterschaft!

Am vorletzten Spieltag der Kreisliga Mittelfranken-Ost kam es zum Gipfeltreffen. Die erste Mannschaft des Schachclub Schnaittach musste als Tabellenzweiter zum souveränen Primus, der Spielgemeinschaft Ottensoos / Röthenbach. Zwar gingen die Gäste aus Schnaittach als Außenseiter in das Duell, jedoch motivierte die Aussicht, mit einem Mannschaftssieg den Spitzenreiter doch noch überholen zu können.

Unerwartet früh nahm die ursprünglich hypothetische Chance Form an. Bereits aus der Eröffnung heraus sah es an Brett 5 aus, als würde Werner Staar durch einen vorschnellen Angriff gleich mehrere Bauern verlieren, doch das zwischenzeitliche Defizit konnte der Schnaittacher in Form eines immensen Entwicklungsvorsprungs bald kompensieren. Da sein Gegner Achim Scharnagl am Damenflügel einige Bauern eingesackt hatte, blieben Staar zwei offene Linien, die er mit Tempogewinn besetzen und ein gewaltiges Schwerfigurenmatt auf Brett bringen konnte. Nach diesem grandiosen Auftakt aber schien der SC sein Pulver für diesen Abend verschossen zu haben. An Brett 4 stemmte sich Waldemar Müller vergebens gegen die DWZ-Differenz von über 200 Punkten, die Carsten Schlaghoff mitbrachte. Der Ottensooser konnte durch die Verdopplung seiner Schwerfiguren auf der d-Linie in Müllers Stellung eindringen und den Gewinn zweier Bauern forcieren. Nach konsequenter Abwicklung blieb ein eindeutiges Endspiel zugunsten Schlaghoffs auf dem Brett.

                
    	     "Willi Bayer kam gegen Heinrich Albrecht zu gutem Spiel, 
	          verpasste aber die entscheidende Möglichkeit." 

Die Partie zwischen Willi Bayer und Heinrich Albrecht erweckte den Eindruck, dass eine erneute Führung für die Gäste in der Luft läge, denn nach gut 15 Zügen hatte der Schnaittacher sowohl die Qualität als auch eine strukturierte Stellung. In der Folge suchte Albrecht seine Hoffnung im frontalen Angriff, gegen den Bayer trotz des materiellen Vorsprungs nicht die richtigen Mittel fand. Der Ottensooser besetzte mit seinen Leichtfiguren wichtige Felder, ließ seine Dame auf h2 einschlagen und drehte schließlich die Partie. Einen weiteren Punkt für die Heimmannschaft holte Michael Mais gegen Günter Fiebig. Mais richtete früh sämtliches Personal auf die rochierte Königsstellung seines Gegners aus. Dort opferte er einen Läufer für die beiden Bauern auf g und h, führte seine Dame auf h7 und schloss, mit den Türmen auf den Linien e und f im Rücken, den Mattangriff durch ein weiteres Leichtfigurenopfer erfolgreich ab.

Beim Stande von 3:1 gegen den SC Schnaittach bedeutete jedes Brett-Remis die Niederlage der Mannschaft. So lehnte Horst Wagner gegen Gottfried Pongratz ein solches Angebot ab und erreichte ein absolut ausgeglichenes Endspiel mit gleichfarbigen Läufern. Hier kämpfte er mit aller Gewalt für seine Mannschaft und trieb seine Bemühungen zu weit. Bei einem Bauernvorstoß verlor er diesen nach dem Abtausch der Leichtfiguren und musste sich geschlagen geben. Wie so oft in dieser Saison dauerte die Partie von Christian Thoma am Spitzenbrett am längsten. Gegen Jürgen Fischer hatte er so viel Bedenkzeit investiert, dass er soeben die Zeitkontrolle schaffte, dafür aber in einem ebenso riskanten wie schwierigen Endspiel die Kontrolle behalten. Mit Springer, Läufer und fünf Bauern stemmte sich Thoma gegen Fischers Kombination aus Turm und freiem Mehrbauer. Als Thoma letzteren gewinnen konnte, standen die Zeichen vermutlich auf Sieg, da aber noch ein weiter Weg zu gehen und der Mannschaftskampf ohnehin verloren war, bot er Remis, was Fischer sofort annahm.

Die 1,5:4,5-Niederlage gegen die SG Ottensoos / Röthenbach gestaltete sich rückblickend betrachtet deutlich knapper als im Vorfeld angenommen und als das blanke Ergebnis vermuten lässt. Da die Erste des SC Schnaittach am letzten Spieltag frei ist, stehen in der Endtabelle nun 8:4 Mannschaftspunkte zu Buche. Damit belegt die Mannschaft momentan den zweiten Platz hinter dem verdienten Meister aus Ottensoos und Röthenbach, kann aber noch vom SC Hersbruck auf den dritten Rang verdrängt werden.


(Bericht: Christian Thoma)





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