17.02.2017
SC Schnaittach schließt zur Tabellenspitze auf

Nach der Schnaittacher Niederlage gegen Hersbruck wollte der SC den Anschluss an die bisher makellose SG Röthenbach/Ottensoos wiederherstellen. Im Mannschaftskampf der fünften Runde empfing man den SV Lauf 4 aus dem Mittelfeld der Kreisliga Mittelfranken-Ost.

Obwohl der SC Schnaittach auch in der 5. Runde nicht in Bestbesetzung antreten konnte, begann der Abend vielversprechend, denn die Gäste aus Lauf mussten stark ersatzgeschwächt anreisen und das erste Brett gegen Christian Thoma kampflos abgeben. An der 4 eröffnete Waldemar Müller gegen Frank Weiße mit seinem bevorzugten Fianchetto am kurz rochierten Königsflügel. Nachdem Müller einen Springer Weißes in den eigenen Reihen einsperren konnte und dieser zwangsläufig einen Bauernverlust nach sich zog, beherrschte Müller mit seinen aktiven Steinen komplett das Geschehen. Über die Diagonalen konnte er Weiße einschnüren, mit Tempo seine f-Linie öffnen und den unterentwickelten Laufer zur frühen Aufgabe zwingen.


             "Waldemar Müller hat die Partie früh im Griff."

Günter Fiebig saß am zweiten Brett Dieter Schiele gegenüber. Mit den weißen Steinen lenkte Fiebig in ein Blackmar-Diemer-Gambit ein und jagte die offensive Dame Schieles mit dem Gewinn etlicher Tempi über das gesamte Feld. Zum Zeitpunkt von Fiebigs Vollentwicklung war die Grundreihe des Laufers noch komplett besetzt. Diesen Vorteil nutzte der Routinier zu einem fulminanten Königsangriff, den er mit einem gnadenlosen Matt durch Doppelschach abschloss. Beim Stand von 3:0 zugunsten des SC Schnaittach nötigte Willi Bayer in mannschaftsdienlicher Manier seinem Gegner ein Remis ab, das er psychologisch genau im richtigen Moment bot, nämlich als Klaus Weißmüller in der lange ausgeglichenen Parite in leichten Stellungsnachteil geriet.

Nachdem der Mannschaftssieg feststand, musste die Heimmannschaft noch zwei Brettpunkte abgeben. Zuerst unterlag Horst Wagner gegen Helmut Reh, obwohl er lange ein Gleichgewicht halten konnte. Im Turmendspiel entglitt Wagner dann jedoch die Partie und nach dem Verlust mehrerer Bauern konnte er die Stellung nicht mehr halten. An Brett 5 wählte Hans-Peter Herterich gegen Bernhard Wöll das Englische System mit c4. Im Mittelspiel beantwortete er Wölls Bauernvorstoß d5 frech mit e4. Zwar wirkte der Konter auf den ersten Blick stark, doch übersah Herterich eine Variante, die ihn einen Bauern kostete. Wöll forcierte nun folgerichtig den Abtausch und ließ die Partie mit einem gedeckten Freibauern in ein Leichtfigurenendspiel münden. Obwohl der Schnaittacher lange wackere Gegenwehr leistete, konnte der er einen Sieg des konzentriert und konsequent spielenden Laufers nicht verhindern.

Trotz der beiden Verlustpunkte an den hinteren Brettern verbuchte der SC Schnaittach gegen den SV Lauf 4 letztendlich verdient seinen vierten Saisonsieg und bleibt in Reichweite des Ligaprimus. Diesen gilt es im direkten Duell Ende März zu schlagen, wenn die Sensationsmeisterschaft noch gelingen soll.


(Bericht: Christian Thoma)





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