21.01.2017
"Ausgebremst!"

Nach einer hervorragenden ersten Saisonhälfte mit maximaler Punktausbeute musste unsere Erste beim SC Hersbruck antreten. Gegen die stark aufgestellte Heimmannschaft zeigte der DWZ-Vergleich nur an Günter Fiebigs Brett einen Vorteil für uns an. Dennoch wusste man nach dem letztjährigen Sieg, dass an einem guten Tag selbst in Hersbruck etwas zu holen ist.

An Brett 4 begann Norbert Schwarz gegen Dieter Begert trotz eines Minusbauern gut, konzentrierte sich jedoch hauptsächlich auf die Defensive. Dies erlaubte Begert, seine Figuren günstig zu positionieren und große Teile des Bretts zu kontrollieren. Bei dem Versuch, mit einem Bauernvorstoß auf der d-Linie Gegenspiel zu erlangen, verrechnete sich Schwarz in einer Variante allerdings und musste aufgeben. An Brett 2 eröffnete der theorieversierte Günter Fiebig gegen Klaus Weise mit einer scharfen offenen Partie, in der noch vor der Rochade die Bauern auf c, d und e getauscht wurden. Mit den vielen Leichtfiguren auf dem Brett ergab sich eine hohe Spannung, die sich auch nach beidseitiger kurzer Rochade nicht verminderte. Fiebig konnte mit der Verdoppelung der Türme auf der 7. Reihe Weises die Initiative ergreifen und einen unabwendbaren Mattangriff initiieren.



             
             "Günter Fiebig gelang an diesem Abend der einzige Sieg für den SCS. 
              In einer starken Partie gegen Klaus Weise forcierte er aus dem 
              Nichts einen Mattangriff."

Am ersten Brett büßte Christian Thoma gegen Jürgen Vennemann nach unsicherer Eröffnung schnell die Dame für Turm und Läufer ein. In der Hoffnung, die Stellung fixieren zu können, tauschte Thoma sämtliches Material ab. Nach kleineren Ungenauigkeiten auf beiden Seiten gelang es ihm schließlich, sämtlich Angriffe Vennemanns tatsächlich zu neutralisieren und trotz schlechteren Materials ein Remis zu erzwingen. An der 5 erreichte Hans-Peter Herterich aus der Eröffnung heraus gegen Karsten Krebs ausgeglichenes Spiel, machte sich aber durch eine Schwächung seiner Bauernstruktur angreifbar. Dieses Defizit nutzte Krebs, um in einem abwickelnden Angriff zwei Bauern zu gewinnen und schließlich mit einem Läuferspieß auf Herterichs Springer einen Sieg zu verbuchen.

Am letzten Brett hatte der Schnaittacher Horst Wagner gegen den formstarken Jugendspieler Robert Bruss von Beginn an enorme Schwierigkeiten. Bruss blockierte mit seinem La3 Wagners kurze Rochade und baute gehörigen Druck mit seinen Springern auf. Trotz enorm eingeschränkter Zugmöglichkeiten konnte Wagner einen direkten Materialverlust abwenden und in ein eigentlich remises Turmendspiel einlenken. Wagner kam wieder ins Spiel und suchte den Sieg, doch verrechnete er sich mit seinem Bauerndurchbruch am Damenflügel und musste die Partie ebenfalls abgegeben. Obwohl der Sieg der Heimmannschaft feststand, gewährte der Bosiljko Markovic dem Schnaittacher Waldemar Müller kein Remis. Nach einer Schwäche in Form eines isolierten f-Doppelbauern am Königsflügel lag alle Initiative bei seinem Gegenüber. Zwar hielt Müller die Stellung, aber im Endspiel unterlief ihm nach einem Bauerngewinn ein kleiner Fehler. Denn damit räumte er Felder für Markovics Springer, mit dem er auch die letzte laufende Partie für die Hersbrucker entscheiden konnte.

Nach der ersten Niederlage der Saison steht der SC Schnaittach zwar nach wie vor auf Platz 2 der Kreisliga Mittelfranken-Ost, die Siegesserie ist aber vorerst gerissen und die SG Röthenbach/Ottensoos baute mit einem Sieg ihre Führung an der Tabellenspitze aus.

(Bericht: Christian Thoma)





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