02.12.2016
Schnaittacher Siegesserie hält an!

Der Schachclub aus Schnaittach fand sich nach den ersten beiden Spieltagen in ungewohnter Position wieder. Man müsste viele Jahre zurückgehen, um einen Zeitpunkt zu finden, an dem sich der kleine Verein einmal Tabellenführer der Kreisliga Mittelfranken-Ost nennen durfte. Mit bisher maximaler Punkteausbeute empfing man nun mit dem SV Lauf 3 eine weitere Mannschaft, gegen die man nicht gerade als Favorit in das Duell ging.

An Brett 3 besetzte der Laufer Dietrich Berner mit c4, d4, e4 früh das Zentrum, Waldemar Müller baute stattdessen auf eine solide Defensive mit flexibler Bauernstruktur. Bevor sich allerdings ein konkreter Angriff entwickeln konnte, einigten sich die beiden Spieler nach einer knappen Stunde auf ein schnelles Remis. Die Partie am Nachbarbrett hatte es dagegen umso mehr in sich. Hier opferte Norbert Schwarz gegen Michael Linkies für einen scheinbar unwiderstehlichen Mattangriff seinen Läufer mit Tempo auf h7. Linkies fand jedoch einen Weg, seinen Kopf gerade noch aus der Schlinge zu ziehen, und spielte folglich mit einer Mehrfigur. Die aktive Stellung des Schnaittachers brachte ihm jedoch genug Gegenspiel, um zuerst eine Qualität zu erobern und die Stellung schließlich wieder zu egalisieren. Im Turmendspiel vereinbarten die beiden Kontrahenten nach hin und her wogender Stellung letztendlich auch hier ein Remis.


             
"Norbert Schwarz ist in der Partie des Abends nach einem Läuferopfer auf h7 
dem Matt ganz nahe, doch sein Gegner Linkies findet in dieser Stellung mit Dd3 
die richtige Verteidigung."

Beim Stand von 1:1 schlug der Schnaittacher Punktegarant Horst Wagner am letzten Brett erneut zu und fuhr seinen dritten Sieg im dritten Spiel ein. Früh in der Partie konnte er die Bauernstruktur seiner Gegnerin Gabriele Walter massiv zerfasern. Anschließend nutzte er seine aktiven Leichtfiguren, um zuerst eine Figur und danach eine Qualität zu erobern. Diesen Vorteil nutzte er, um seinen c-Freibauern voranzutreiben, der nur mit weiterem Materialgewinn aufzuhalten war. Diesen Vorteil spielte Wagner konsequent aus und erhöhte auf 2:1 für sein Team. Kurz nach diesem Sieg schaffte der Laufer Dieter Graf gegen Hans-Peter Herterich jedoch wieder Gleichgewicht. Verdoppelte Türme auf Grafs f-Linie verleiteten Herterich auf der Suche nach Gegenspiel zu dem riskanten Bauernvorstoß f5, mit dem er zuerst eine Qualität einstellte und den starken Türmen seines Gegners auf Dauer nichts mehr entgegenzusetzen hatte.

Die fundierten Eröffnungskenntnisse Günter Fiebigs verschafften dem Neu-Schnaittacher an Brett 2 gegen Stefan Löber einen baldigen Qualitätsgewinn. Mit diesem materiellen Vorteil knetete er die Stellung so lange weiter, bis er trotz der soliden Bauernstruktur Löbers zunehmendes positionelles Übergewicht erhielt. Diese Chance ließ sich Fiebig nicht nehmen und steuerte souverän den zweiten Tagessieg für die Heimmannschaft an. Beim Stand von 3:2 fehlte dem SC für den Mannschaftssieg jedoch ein weiterer halber Punkt, an dem Christian Thoma gegen Gerhard Rösl hart arbeitete. Der Laufer wählte das scharfe Blackmar-Diemer-Gambit, in dem er einen Minusbauern für aggressives Druckspiel in Kauf nahm. Thoma konnte das kleine materielle Plus durch präzise Verteidigung verwalten und die komplexen Drohungen dabei etwas reduzieren. Rösl fand keinen Weg, aus der offenen Königstellung seines Gegenübers entscheidenden Profit zu schlagen. Als auch die letzte Initiative seiner Position verpufft war, bot er ein Remis, in das Thoma in Anbetracht des Spielstandes sofort einwilligte.

Zwar verlor der SC Schnaittach trotz des erneuten Sieges aufgrund der geringeren Brettpunkte an diesem Spieltag die Tabellenführung an die SG Röthenbach-Ottensoos. Doch mit 6:0 Punkten hat die erste Mannschaft bereits jetzt mehr Punkte als in den vergangenen fünf Jahren am Ende der Saison. Im Januar gilt es den Aufwärtstrend gegen den starken SC Hersbruck fortzusetzen.

(Bericht: Christian Thoma)





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